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Spektrum Shake-speare

Forschung 92 auch von zentraler Bedeutung in den meisten Mythen und Religionen … Shakespeare hat viel von bestimmten klassischen Mythen über zeitweili- gen Tod und Wiedergeburt übernommen: zu nennen wäre der sterbenden Gott Adonis; aber auch Proserpina, die Göttin des Frühlings, die stirbt, um zu leben, und die der Archetyp von Marina und Perdita ist. Auch Or- pheus bringt Eurydike zurück aus der Unterwelt. Die letzte «Quelle» für die Hero-Handlung in Viel Lärm um Nichts ist ein griechischer Mythos: und zwar der von Alkestis. Shakespeare könnte eine lateinische Übersetzung von Euripides’ Stück gekannt haben, er hat si- cherlich die Geschichte aus zweiter Hand durch die Prosa-Romane erhal- ten, die auch die direkten Quellen von Viel Lärm um Nichts waren. (79) G. Wilson Knight sieht eine direktere Verbindung zwischen Shakespeares Romanzen und den griechischen Dramen des 5. Jahrhunderts. In Kapitel II «The Writing of Pericles,» in The Crown of Life (1969) bemerkt er: Mit der Renaissance kehrt das große Drama zurück, um das es seit Ai­- schylos, Sophokles und Euripides und ihren römischen Nachfolgern still geblieben war. Der Schritt von Aischylos zu Shakespeare ist aber leicht: Trotz Shakespeares offensichtlich christlichen Sympathien erscheinen die beiden Dramatiker einander zeitlich näher als zu Dante. (35) Ein Wintermärchen – Alkestis, Apollo und die griechische Rollenbesetzung Ein Wintermärchen leitet seine zentrale Handlung aus Robert Greenes Phantasieerzählung Pandosto, The Triumph of Time (1588) ab. Laut Arden- Herausgeber finden sich mehr wörtliche Wiedergaben aus Pandosto in dem Drama als in jedem anderen von Shakespeare als Quelle verwendeten Pro- sastück. Dennoch sind die Unterschiede zwischen der Prosa Greenes und der Dichtung Shakespeares in dieser Romanze genauso auffällig wie die Übereinstimmungen. Shakespeare verwandelt mit viel Geschick den Schluss von Greenes moralisch problematischem Prosastück, das im Selbstmord des durch inzestuöses Begehren und von Schuld getriebenen Königs endet, wir- kungsvoll in einenApollonischen Lobgesang vonVergebung, Erlösung, Wie-

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